Newsletter #17

20. Dezember 2011

6.Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur"

Die Kulturpolitische Gesellschaft und die Bundeszentrale für politische Bildung informieren:

Das Thema „Kulturpolitik in Zeiten der Digitalisierung“ wird uns auch im Neuen Jahr beschäftigen. Auf unserer Website finden Sie dazu Dokumente des 6. Kulturpolitischen Bundeskongresses - auch in Bild &Ton. Das „Jahrbuch Kulturpolitik“ des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft gibt dazu einen umfassenden Überblick über die Kongressdebatte. Wir wünschen Ihnen bis zum nächsten Mal ein Frohes Fest und einen guten Rutsch!!

Das Zitat

Es geht auf die Festtage zu. Da hat man ganz angespannt ein mehrgängiges Festessen kreiert und hofft auf Urheberschutz. Falsch, meint der Jurist Robert A. Gehring: „Ein Kochrezept ist laut Duden ein „Rezept, nach dem eine Speise zubereitet werden kann“, wobei Rezept eine andere Bezeichnung für eine „Back-, Kochanweisung“ ist. Die Speisen selbst sind nicht Teil des Rezepts und prinzipiell nicht vom Urheberrecht erfasst. Auch wenn häufig von „Kochkunst“ die Rede ist, gibt es im Urheberrecht keinen Schutz für fertige Gerichte aus Pfanne, Topf oder Kuchenform. Das mag vielleicht überraschen, aber das Urheberrecht schützt ausdrücklich nur Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst. Wenn umgangssprachlich von einem „Rezept“ die Rede ist, kann damit sowohl die Beschreibung oder Darstellung der Zubereitung eines Gerichts gemeint sein als auch die inhaltliche Aussage, die in dieser Beschreibung steckt – die Idee zur Speisenzubereitung. Urheberrechtlich betrachtet, sind „Rezept als Beschreibung“ und „Rezept als Idee zur Speisenzubereitung“ zwei grundverschiedene Dinge: Das Erste ist die Form, das Zweite der Inhalt. Urheberrechtlich geschützt sein kann nur ein „Rezept als Beschreibung“, also die sprachliche Form. Nimmt man einmal das Rezept für eine Hühnerbrühe, so ist die Idee, etwas Gemüse mit Gewürzen, Hühnerfleisch und Wasser zusammen solange zu kochen, bis man eine Hühnerbrühe hat, nicht urheberrechtlich schützbar. Wenn man diese Idee allerdings in einem Rezept beschreibt, kann diese Beschreibung unter gewissen Voraussetzungen urheberrechtlich geschützt sein.“ Also: nur wer schreibt, bleib.

Jahrbuch für Kulturpolitik 2011 erschienen

Pünktlich zum Fest erscheint der 11. Band des Jahrbuchs für Kulturpolitik. Kern der Ausgabe: die Beiträge des 6. Kulturpolitischen Bundeskongresses »netz.macht.kultur. – Kulturpolitik in der digitalen Gesellschaft«. Beiträge u.a. von Norbert Sievers, Gerhard Schulze, Hermann Glaser, Inke Arns, Lisbet Rausing, Monika Grütters, Gerhard Pfennig, Till Kreutzer, Volker Grassmuck und Tim Renner. Mehr hier


Neue Chancen für das Bürgerrecht Kultur

Die Auseinandersetzung um die Perspektiven der digitalen Gesellschaft tragen Züge eines Kulturkampfes, meint Norbert Sievers. Die Digitalisierung und der damit verbundene programmatische Egalitarismus stellen die der überkommenen Kulturpolitik innewohnende Hierarchisierungslogik in Frage, die auf der Wertdifferenz von Laien und Profis, Alltags- und Expertenwissen, Hoch- und Breitenkultur beruht. Kulturpolitik und Kulturinstitute müssen die Entwicklungen hin zu einer neuen digitalen Gesellschaft analysieren, »Verlust« und »Gewinn« bilanzieren, soweit dies möglich ist, und die Plausibilität überkommener Strukturen prüfen. Auch in digitalen Zeiten sind dabei Ideen und Konzepte gefragt, die die Möglichkeiten für eine inklusive, die Teilhabe aller fördernde Kulturpolitik in den Mittelpunkt stellen. Das Bürgerrecht Kultur wird auf diese Weise neu begründet. Mehr hier

Kino.to für alle!

Digitalisierung führt dazu, dass Nutzer und Produzenten auf Augenhöhe sind. Prinzipiell ist das die Grundlage einer jeden guten Beziehung, kommentiert Tim Renner. Ausgerechnet die Konzerne der Kreativwirtschaft tun sich aber schwer damit, ihren Kunden eine freie Nutzung ihrer Produkte zu gewährleisten. Sie möchten das Ende der Kontrolle nicht akzeptieren. Die Regierung gibt ihr sogar noch Flankenschutz. Absurd, denn streng genommen ist dies das Gegenteil einer nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik. Mehr hier

Schultrojaner nein danke

Im ersten Halbjahr 2012 soll entschieden werden, ob an bundesdeutschen Schulen eine besondere Spionage-Software zum Einsatz kommt. Sie soll für die deutschen Schulbuchverlage ausspähen, ob LehrerInnen vielleicht Leistungsschutzrechte verletzen. Das alles auf Grundlage eines Vertrages zwischen Bundesländern, Verwertungsgesellschaften und den Schulbuch-Verlagen vom Dezember 2010. Obwohl damit weitreichende arbeits-, beamten- und datenschutzrechtliche Fragen aufgeworfen werden, wurde die Regelung in der breiten Öffentlichkeit wie in der Fachöffentlichkeit erst spät zur Kenntnis genommen. Mehr hier

Kurz&Knapp

Die Initiative “Europe versus Facebook” ist mittlerweile auch in den USA aktiv. Google ermittelt den Zeitgeist nach den am häufigsten nachgefragten Suchbegriffen. Jens Kobler berichtet von den diesjährigen Marler Medientagen. Claire Tancos lobt auch in digitalen Zeiten die subversive Kraft des Karnevals.  Mehr

 

Unsere Medienpartner:
Deutschlandradio Kultur
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2010LAB.tv

Weitere Informationen unter

Kulturpolitische Gesellschaft http://www.kupoge.de/

Bundeszentrale für politische Bildung www.bpb.de

6. Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur.de"

Impressum:
Herausgeber: Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
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Redaktion: Wolfgang Hippe (V.i.S.d.P.),
A.R.T Agentur für Recherche und Text
wolfgang.hippe@koeln.de


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