Newsletter #15

14. November 2011

6.Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur"

Die Kulturpolitische Gesellschaft und die Bundeszentrale für politische Bildung informieren:

Der 6. Kulturpolitische Bundeskongress zum Thema „Kulturpolitik in Zeiten der Digitalisierung“  ist vorbei, seine Themen beschäftigen uns natürlich weiter und werden bis Ende des Jahres auch weiter über diesen Newsletter kommuniziert. In Kürze wird der Livestream des Kongresses in aufbereiteter Form über die Kongresswebsite abrufbar sein.

Parallel wird an einer umfangreichen Kongressdokumentation gearbeitet, die auf der Kongresswebsite www.netz-macht-kultur.de veröffentlicht wird. Das „Jahrbuch Kulturpolitik“ des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft wird sich dem Thema ebenfalls widmen – es wird Ende des Jahres erscheinen. Einige Kongressbeiträge sind bereits in der aktuellen Ausgabe der Kulturpolitischen Mitteilungen Nr. 134 nachzulesen.

Das Zitat

„Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Medien immer eine wichtige Rolle für gesellschaftliche Veränderungen und politische Umstürze spielen“, notiert der Kommunikationswissenschaftler Jan-Hinrik Schmidt. „In der Französischen Revolution des späten 18. Jahrhunderts waren das sich entwickelnde Zeitungswesen, aber auch Flugblätter, Vignetten und Karikaturen entscheidende Träger von Öffentlichkeit. In der Februarrevolution von 1917 spielte die Kontrolle über die Telegraphenleitungen eine wichtige Rolle bei der Koordination und Mobilisierung im riesigen Russischen Reich. Die iranische Revolution von 1979 hingegen konnte auf Transistorradios und Kassettenrekorder zurückgreifen, um die Predigten und Aufrufe der Mullahs in der Bevölkerung zu verbreiten. Heute, im Jahr 2011, spricht man von „Facebook-Revolutionen“ oder „Twitter-Revolutionen“ – die Werkzeuge, um Gleichgesinnte zu mobilisieren und Aktivitäten zu koordinieren, haben sich ganz offensichtlich weiterentwickelt.“

Vom Marktversagen zu Peer-to-Peer

Informationelle Grundversorgung und kulturelle Vielfalt müssen in den Zeiten der digitaler Revolution mitgedacht werden, wenn es ums Urheberrecht geht, meint Volker Grassmuck. „Die digitale Revolution und die anhaltende neoliberale Entsolidarisierung stellen die Ausgestaltung der kulturellen und medialen Grundversorgung, wenn nicht gar die Grundwerte selbst in Frage. Lassen sich öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Stadt- und Staatstheater oder Filmförderung noch rechtfertigen? Oder umgekehrt: Wenn Qualitätsjournalismus im Netz keine Geschäftsmodelle findet, muss die öffentlich Hand ihn retten? Wenn digitale Rechtekontrolltechnologie jede einzelne Nutzung eines Urheberwerkes lizenzierbar macht, wozu braucht es dann noch Verwertungsgesellschaften? Was ist noch kulturelle Autonomie einer Gemeinschaft und was schon Wettbewerbsverzerrung? Wir befinden uns mitten in einem gesellschaftsweiten Großexperiment.“ Mehr hier


Digitale Zugänge zum Wissen der Welt

Bibliotheken der Zukunft werden nicht ohne freien Zugang zu den Ergebnissen der akademischen Forschung auskommen, erklärt Lisbet Rausing: „Ich plädiere dafür, akademische Forschung frei zugänglich zu machen. Ich gehöre keiner “schlagenden Verbindung” an, keiner der radikalisierten Randgruppen der digitalen Bewegung. Ich will nicht Micky Maus von Walt Disney befreien. Meine These ist besser so beschrieben: steuerfinanzierte und universitäre Forschung sollte allen zur Verfügung stehen, überall auf der Welt, im Internet, ohne Kosten.“ Mehr hier

 

Kunst und Öffentlichkeit

Der Kampf um Kunst ist Klassenkampf, meint Georg Seeßlen. Man kann drei Formen von Kunst unterscheiden, „Kunst, die für die Sammler interessant ist, Kunst, für die sich – aus Gründen, um die noch gerungen wird – eine politische Kunstpolitik und -förderung zuständig fühlt, und schließlich eine Kunst, für die sich weder der eine noch der andere Sektor interessiert – diese Kunst kann für die soziale Bewegung von besonderer Bedeutung werden, wenn sie nicht dem Irrtum verfällt, ausschließlich diskursiven, argumentierenden, aufklärerischen, ja sogar „propagandistischen“ Zwecken zu dienen.“  Dabei existiert Kunst allerdings nur, „insofern sie – unter bestimmten Bedingungen – ökonomisiert ist“. Mehr hier

 

Kurz&Knapp

Unter dem Titel „Die Kunst der Entschleunigung“ beschäftigt sich das Kunstmuseum Wolfsburg mit den Phänomenen Digitalisierung, Internet und der globalen Kommunikations-Kultur. Bruno Racine ist neuer Vorsitzender der Stiftung Europeana - er folgt Elisabeth Niggemann der Direktorin der Deutschen Nationalbibliothek nach. Facebook will auf Drängen der US-Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission in Zukunft Datenschutzbestimmungen beachten. Mehr

 

Unsere Medienpartner:
Deutschlandradio Kultur
kulturmanagement.net
2010LAB.tv

Weitere Informationen unter

Kulturpolitische Gesellschaft http://www.kupoge.de/

Bundeszentrale für politische Bildung www.bpb.de

6. Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur.de"

Impressum:
Herausgeber: Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
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Redaktion: Wolfgang Hippe (V.i.S.d.P.),
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