Newsletter #14

30. September 2011

6.Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur"

Die Kulturpolitische Gesellschaft und die Bundeszentrale für politische Bildung informieren:

Der 6. Kulturpolitische Bundeskongress zum Thema „Kulturpolitik in Zeiten der Digitalisierung“  ist vorbei, seine Themen beschäftigen uns natürlich weiter und werden bis Ende des Jahres auch weiter über diesen Newsletter kommuniziert. In Kürze wird der Livestream des Kongresses in aufbereiteter Form über die Kongresswebsite abrufbar sein. Interessante Beiträge zum Kongress enthalten auch die Blogs http://kupoge.wordpress.com und http://hildesheimbloggtnachberlin.wordpress.com.

Parallel wird an einer umfangreichen Kongressdokumentation gearbeitet, die auf der Kongresswebsite www.netz-macht-kultur.de veröffentlicht wird. Das „Jahrbuch Kulturpolitik“ des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft wird sich dem Thema ebenfalls widmen – es wird Ende des Jahres erscheinen. Einige Kongressbeiträge sind bereits in der aktuellen Ausgabe der Kulturpolitischen Mitteilungen Nr. 134 nachzulesen.

Das Zitat

„Netzwerk unser, das du bist das Leben/Gepriesen werde dein System/Deine Zeit komme/Deine Berechnung geschehe/Nicht mehr auf Erden, sondern im Cyperspace/Unsere tägliche Information gib uns heute/Und vergib uns keine Schuld/Wie auch wir nichts vergessen werden/Und führe uns nicht in Verwirrung/sondern erlöse uns von der Vieldeutigkeit/Denn Dein ist die Reichweite und die Konstanz/Und die fehlerlose Herrlichkeit in ewiger Zeit.- @Echo off – Rettet den Zufall“ schreibt die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel.

Verloren oder zuhause im Netz

„Die Vorstellung, in der Realwelt könnte man auf Dauer eine „festgemauerte“ Heimat (und Identität) schaffen, was in der virtuellen Flüchtigkeit  und Oberflächlichkeit der digitalen Welt nicht möglich sei, ist eine problematische Fiktion“,  meint der Sozialpsychologe Heiner Keupp. „Beide Welten können keine ontologisch gesicherte Heimat bieten, aber in beiden kann man sich beheimaten.“  Dabei bringt der tiefgreifende soziokulturelle Umbruch, der sich gegenwärtig vollzieht, vor allem für Heranwachsende ganz neue Herausforderungen: „In früheren gesellschaftlichen Epochen war die Bereitschaft zur Übernahme vorgefertigter Identitätspakete das zentrale Kriterium für Lebensbewältigung. Heute kommt es auf die individuelle Passungs- und Identitätsarbeit an, also auf die Fähigkeit zur Selbstorganisation, zum ‚Selbsttätig werden‘ oder zur ‚Selbsteinbettung‘.“ Mehr hier


Ein Abgesang auf das „Zeitalter des Narzissmus

Die Der Sozialpsychologe Götz Eisenberg berichtet, dass eine Neuauflage des seit 1952 erscheinenden Diagnosemanuals DSM – Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders in Arbeit ist, das weltweit die Kriterien dafür festlegt, wann ein Mensch im psychiatrischen Sinn für gestört zu erklären ist. Die neue Version will unter den Persönlichkeitsstörungen aufräumen. Von den elf bislang aufgelisteten werden nur zwei regelmäßig diagnostiziert: die „Borderline“- und die „antisoziale Persönlichkeitsstörung“. Wegfallen soll der Narzissmus - welche Kränkung für die einschlägig Betroffenen. Eisenberg: „Dass die ‚narzisstische Persönlichkeitsstörung‘ aus dem Verkehr gezogen werden soll, könnte man auch so interpretieren, dass die ihr zugeordneten Symptome Teil unserer Normalität geworden sind und deshalb nicht länger als Krankheitszeichen gelten. Es gibt eine kollektive Basisstörung, die innerhalb einer Gesellschaft keinen Krankheitswert besitzt, sondern den ihr gemäßen Sozialcharakter ausmacht. Jeder gesellschaftlichen Entwicklungsstufe entspricht ein dominanter Sozialcharakter.“  Dem zwanghaften und anal-retentiv gefärbten Untertanen folgten in den 1920er Jahren erste Ansätze für den psychohistorischen Übergang ins Zeitalter des Narzissmus. Diesen Trend stoppte der Faschismus vorübergehend zugunsten einer kollektiven Regression und der herkömmlichen Vorstellungen von Ordnung und Reinheit, bis mit Rock&Pop das konsumistische Zeitalter begann. Eisenberg: „Unter unseren Augen spielt sich die Zersetzung des traditionellen, innengeleiteten Subjekts und der Übergang zum „flexiblen Menschen“ ab, der Narzissmus ist salonfähig geworden!“ Mehr hier

Kurz&Knapp

Videos  und Statements vom und zum Kulturpolitischen Bundeskongress haben Constanze Kurz, Mercedes Bunz, Geert Lovink, Pit Schulz und Susanne Binas-Preisendörfer, Thomas Kröger und Oliver Scheytt abgegeben. Die Kölner gamescom 2011, nach eigenen Angaben „das weltweit größte Messe- und Event-Highlight für interaktive Spiele und Unterhaltung“ war ein voller Erfolg. Mechthild Dyckmans, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, hat eine erste repräsentative Studie zur Häufigkeit der Internetabhängigkeit bei den 14- bis 64-Jährigen in Deutschland vorgestellt.  Gemein:  auch BILD kämpft gegen Facebook. Mehr

 

Unsere Medienpartner:
Deutschlandradio Kultur
kulturmanagement.net
2010LAB.tv

Weitere Informationen unter

Kulturpolitische Gesellschaft http://www.kupoge.de/

Bundeszentrale für politische Bildung www.bpb.de

6. Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur.de"

Impressum:
Herausgeber: Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
Weberstr. 59a,
53113 Bonn
Tel.: 0228 / 201 67-0 - Fax: 0228 / 201 67 33
post@kupoge.de

Redaktion: Wolfgang Hippe (V.i.S.d.P.),
A.R.T Agentur für Recherche und Text
wolfgang.hippe@koeln.de


Wenn Sie diesen Newsletter einmal nicht mehr erhalten möchten,
klicken Sie bitte hier