Newsletter #13

14. Juni 2011

6.Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur"

Die Kulturpolitische Gesellschaft und die Bundeszentrale für politische Bildung informieren:

Der 6. Kulturpolitische Bundeskongress zum Thema „Kulturpolitik in Zeiten der Digitalisierung“ hat getagt und sich mit Grundfragen der Kulturpolitik in digitalen Zeiten beschäftigt. Mit rund 400 Teilnehmern war der Kongress mehr als gut besucht. Wir danken allen für ihre engagierten Beiträge. In den folgenden Wochen werden wir über ausgewählte Vorträge und Diskussionen auf dem Kongress informieren. Informationen zu den Kongressinhalten wie bisher hier

Das Zitat

„Anders als Habermas sehe ich nicht das Fehlen weiterer Strukturen als Problem von Öffentlichkeit an, sondern das Vertrauen in die bestehenden“, meint der Soziologe Gerhard Schulze. „Wir brauchen keine neuen Systeme nun auch noch in der digitalen Welt, wir brauchen vielmehr wenigstens eine öffentliche Sphäre, in der die Systemlogik mit ihren angeblichen Sachzwängen, Alternativlosigkeiten und Kommissionen suspendiert ist. Strukturen hat die Öffentlichkeit schon genug, was sie braucht, sind die Einzelnen und ihr Eigensinn. Literatur und Kunst in der bürgerlichen Kultur waren Altäre des Eigensinns. Aber Eigensinn gedeiht am besten ohne Altäre. Die digitale Öffentlichkeit könnte sich als eine Tür ins Freie erweisen, ähnlich der bürgerlichen Öffentlichkeit in der kurzen Zeit ihrer Blüte. Diesmal jedoch besteht mehr Hoffnung, dass sich diese Tür nicht wieder schließt. Die digitale Öffentlichkeit trainiert den Einzelnen zum Selbstdenker, sie fordert seine Reflexivität heraus, sie übt ihn in kommunikativer Vernunft. Sie ist polyzentrisch, spielzersetzend und begegnungsstiftend. Sie ist, um Lessings Formulierung aus dem Jahr 1780 aufzugreifen, eine Schule der „Selbsterziehung des Menschengeschlechts“. Darauf zu hoffen, war damals noch verfrüht, jetzt aber werden die Karten neu gemischt.“

Strukturwandel der Öffentlichkeit 2.0 - Kunst und Publikum im digitalen Zeitalter

Kunst, Publikum, das digitale Zeitalter und der aktuelle wie der vergangene „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ beschäftigten Gerhard Schulze auf dem Bundeskongress: „Mit diesem Titel spiele ich auf die kulturhistorische Studie von Jürgen Habermas aus dem Jahr 1962 an. Es fing gut an und hörte schlecht auf, das ist die Quintessenz dieses Buchs in einem Satz. Der gute Anfang war das Verblassen der repräsentativen Öffentlichkeit neben dem Aufleuchten der bürgerlichen Öffentlichkeit im 18. Jahrhundert. Und das schlechte Ende kam, als das neue Soziotop, die pluralistische, diskursive und republikanisch gesonnene Öffentlichkeit umkippte wie ein See in der Phosphatfalle und sich, Habermas zufolge, unter dem Wort- und Bildfluss von Propaganda, Public Relations, Werbung, Radio und Fernsehen in eine Monokultur der Manipulation verwandelte, in eine „vermachtete“ Öffentlichkeit." Mehr hier


Für eine Renaissance der öffentlichen Kultur

Die Ausgangssituation ist ambivalent, befand Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, zur Eröffnung des 6. Kulturpolitischen Kongresses: „Auf der einen Seite sehen wir neue Dynamiken in den Medienkulturen, Aufbrüche mithilfe und in Anwendung digitaler Plattformen, den arabischen Frühling, guttenplag wiki, wikipedia, wikileaks und vieles mehr. Wir sehen eine Jugend, die diese neuen Möglichkeiten massenhaft ergreift und faszinierende Anwendungen für sich entdeckt und z.T. selbst entwickelt hat, neue Formen des Lernens, des Veröffentlichens und Verbreitens von Informationen, Artefakten und Debatten. Wir beobachten eine weltweite Agora kulturellen Austauschs und können ein aktiver Teil dessen sein – das sind faszinierende Szenen eines allgemeinen Aufbruchs mithilfe der digitalen Medien. Mehr hier


Chancen erkennen, Risiken minimieren

„Die Bundeskongresse der Kulturpolitischen Gesellschaft sind Leuchttürme für eine an Treffen, Tagungen und Symposien wahrlich nicht armen Zunft“, bemerkte Staatsminister Bernd Neumann zur Kongresseröffnung: „Ob Geschichtspolitik – wie 2010 – oder Digitalisierung – wie in diesem Jahr: Die die Kulturpolitische Gesellschaft beweist immer ein untrügliches Gespür für die aktuell brennenden Fragen. Was hier verhandelt wird – da können wir sicher sein – wird Auswirkungen auf die Kulturpolitik in unserem Land haben.“ Mehr hier

Richtige Fragen

„Der Kongress wird nur wenige Antworten liefern können, wichtiger ist es derzeit, die richtigen Fragen zu stellen“, befindet Oliver Scheytt, Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft im Kongressinterview. Mehr hier

Studium Kultur digital

Sogar für Vorstandsmitglieder der Kulturpolitischen Gesellschaft überraschend: auf dem Kulturpolitischen Bundeskongress informierte ihr Kulturpolitisches Institut über seine Datenbank zum Studium Kultur http://www.studium-kultur.de/ .Inzwischen informiert die digitale Übersicht über mehr als 350 Studienmöglichkeiten. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Übersicht ist damit mit weitem Abstand die umfangreichste ihrer Art. Weiterempfehlen 


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Weitere Informationen unter

Kulturpolitische Gesellschaft http://www.kupoge.de/

Bundeszentrale für politische Bildung www.bpb.de

6. Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur.de"

Impressum:
Herausgeber: Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
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Redaktion: Wolfgang Hippe (V.i.S.d.P.),
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