Newsletter #09

16. Mai 2011

6.Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur"

Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:
Der 6. Kulturpolitische Bundeskongress – von der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. und der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Medienboard Berlin-Brandenburg organisiert - widmet sich am 9. und 10. Juni 2011 in Berlin der „Kulturpolitik in Zeiten der Digitalisierung“. Dabei stehen Grundfragen der Kulturpolitik auf der Tagesordnung. Es geht um eine Neudefinition zentraler Codes der modernen Zivilgesellschaften wie Freiheit, Kultur, Eigentum, Muße, Privatheit und Öffentlichkeit. Und  es geht um neue Formen der kulturellen Teilhabe und die Frage, ob traditionelle Formen von Partizipation und Präsentation verschwinden. Informationen zum Kongress hier
 
Das Zitat

„Das fast magische Verhältnis, das wir zu Computern und Mobiltelefonen entwickelt haben, füllt wie nebenbei die Taschen der Datenfresser, der Profiteure der digitalen Goldmine. Hier herrscht der Wilde Westen, der ganz nebenbei über uns kam“, schreiben die Informatiker und Publizisten Constanze Kurz und Frank Rieger. „Versprochen wird uns eine bessere, einfachere, vernetztere Welt. Maschinelle »Intelligenz« soll uns angeblich helfen, bessere Entscheidungen zu fällen, uns intensiver mit unseren Freunden zu vernetzen und die Informationsflut zu organisieren und zu bewältigen. Noch sind die virtuellen Heinzelmännchen, die scheinbar intelligenten Helferlein, unvollkommen. Die Ecken und Kanten werden jedoch von lernenden Algorithmen abgeschliffen, für die jede menschliche Reaktion, jede Suchanfrage, jede digital aufgezeichnete Lebensäußerung ein wertvoller Hinweis ist, es beim nächsten Mal besser zu machen. Das Datenfutter für die Perfektionierung der »künstlichen Intelligenz « liefern wir selbst, und wo diese noch nicht ausreicht, helfen wir gern aus. Was aber bleibt, ist ein diffuses Gefühl des Ausgeliefertseins, der Überforderung, der hilflosen Unfähigkeit, die Zusammenhänge und Mechanismen zu verstehen. Die Technologien verändern sich mit großer Geschwindigkeit, über die neuesten Entwicklungen lückenlos informiert zu sein ist fast unmöglich. Doch ohne ein wenigstens intuitives Verständnis der technischen Systeme, ihrer Grundlagen und Funktionsweisen ist es schwer, die Risiken der zunehmenden Digitalisierung zu verstehen und unsere digitale Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.“

Global regional

Das Internet und die digitalen Medien verändern unseren Alltag. In der Wohnung sind Bücherregale zunehmend out, weil die digitale Bibliothek mindestens teilweise ohne Papier auskommt. Sogar der Eschtisch soll aus der Mode kommen, weil Digital Natives nur noch nebenbei essen sollen. Das Internet selbst bewegt sich ständig zwischen Globalität und Regionalität, schreiben Ekkehardt Oehmichen und Christian Schröter, auch wenn es vor allem „als weltumspannendes Informations- und Kommunikationsnetz“ wahrgenommen wird: „Das Internet verankert sich zunehmend in kleinen geografischen Räumen, in Regionen, Städten und Gemeinden. Gemeint ist damit die Verdichtung der digitalen Informations- und Interaktionsbeziehungen in den Nahräumen selbst.“ Mehr hier

Cultural Hacking: Kunst Blog Twitter

Aktuelle ästhetisch-kulturelle Bildung fordert die SchülerInnen und mutet ihnen viel zu, spornt sie aber gerade deshalb an, berichtet Sara Burkhardt: „Unsere Kultur ist eine Kultur der Bilder – und sie ist eine Medienkultur. Kunst spielt in ihr eine marginale Rolle. Doch wenn wir einen Blick darauf werfen, wie in Werken aktueller Kunst mit Bildern umgegangen wird, dann wird deutlich, dass Kunst als eine Art Anleitung für den Umgang mit Bildern betrachtet werden kann: Kunst liefert Methoden, die eine kritische Auseinandersetzung mit audio-visueller Kultur ermöglichen. Aktuelle Künstlerinnen und Künstler experimentieren mit Bildern, Bilder werden zu Material, zum Rohstoff.“ Mehr hier


Kunst im Zeitalter ihrer digitalen Reproduzierbarkeit

Paul Klee wird zum „Digitalisat“, Kunstwerke im Museum kann man längst online besuchen. „Die technische Reproduzierbarkeit des Kunstwerks emanzipiert dieses zum ersten Mal in der Weltgeschichte von seinem parasitären Dasein am Ritual“, schrieb Walter Benjamin 1936. „Das reproduzierte Kunstwerk wird in immer steigendem Maße die Reproduktion eines auf Reproduktion angelegten Kunstwerks. In dem Augenblick aber, da der Maßstab der Echtheit an der Kunstproduktion versagt, hat sich auch die gesamte soziale Funktion der Kunst umgewälzt.“ Im Jahr 2011 findet im Keller der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ein „Quantensprung der Reproduktionstechnik“ statt. Mehr hier


Kurz&Knapp

Das Deutsche Filminstitut – DIF e.V. koordiniert das Projekt European Film Gateway, das wg. Digitalisierung europäische Filmarchive vernetzen soll. Frank Rieger, Constanze Kurz und Markus Beckendahl sprechen über die „Datenfresser“ im Internet. Ulf Kadritze verbindet die Vergesslichkeit der Wissensgesellschaft mit den Fortschritten der Informationstechnik. Guttenplag ist für den Grimme Online Award Spezial nominiert. Tina Bettels, Susanne Fengler, Andreas Sträter und Mariella Trilling fragen, wie hoch die redaktionelle Transparenz bei europäischen Medien wirklich ist. Die Royal Society for the encouragement of Arts, Manufactures and Commerce bietet Schwerintellektuelles als Animation. Das ZDF sendet nun Pop.Hoch.Netz.Digitalkultur. Thomas Knüwer zeichnet das digitale Geschäft von vor zehn Jahren nach. Und nichts Neues von der Generation Praktikum: die prekären Arbeitsverhältnisse nehmen stetig zu. Mehr hier
 

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6. Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur.de"
Impressum:
Herausgeber: Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
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Tel.: 0228 / 201 67-0 - Fax: 0228 / 201 67 33
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Redaktion: Wolfgang Hippe (V.i.S.d.P.),
A.R.T Agentur für Recherche und Text
wolfgang.hippe@koeln.de

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