Newsletter #07

01. Mai 2011

6.Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur"

Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:
Der 6. Kulturpolitische Bundeskongress – von der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. und der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Medienboard Berlin-Brandenburg organisiert - widmet sich am 9. und 10. Juni 2011 in Berlin der „Kulturpolitik in Zeiten der Digitalisierung“. Dabei stehen Grundfragen der Kulturpolitik auf der Tagesordnung. Es geht um eine Neudefinition zentraler Codes der modernen Zivilgesellschaften wie Freiheit, Kultur, Eigentum, Muße, Privatheit und Öffentlichkeit. Und  es geht um neue Formen der kulturellen Teilhabe und die Frage, ob traditionelle Formen von Partizipation und Präsentation verschwinden. Informationen zum Kongress hier
 
Das Zitat

„Ich sehe einen Weg, der den Zusammenbruch unserer Zivilisation verhindern könnte, aber die etablierten Interessen werden nur widerwillig den Sprung zu einer weniger effizienten, aber widerstandsfähigeren Gesellschaft mitmachen“, erklärt der Software-Entwickler und SF-Autor Daniel Suarez. „Die Initiative muss vielmehr aus dem Volk kommen – und dabei denke ich nicht an Proteste und Demonstrationen, sondern an den Aufbau und die Erprobung neuer Wirtschaftsformen, digitaler Währungen, Augmented Reality und vermaschte Open-Source-Netzwerke, die eine neue Ökonomie und damit ein soziales Geflecht schaffen, das die etablierten Mächte samt ihren selbsternannten Torwächtern und Lobbyisten eher umginge als stützte. Man stelle sich nur einmal vor, wie viele gut ausgebildete Menschen es gibt, die gerne einen Neuanfang in einer Welt wagten, in der ihre Schulden – die Erbsünde der freien Märkte – getilgt wären.“

Das kreative Prekariat

Die Kunst/Kreativwirtschaft gilt als Wachstumsmotor für die digitale Wissensgesellschaft. Die Verdienste der dort Beschäftigten sind oft nicht fair, sondern prekär. In der Kultur/Kreativwirtschaft sind rund 40 Prozent der sozialpflichtigen KKW-Beschäftigten insgesamt in der Software/Games-Industrie tätig. In den Branchen Presse, Design und Werbung arbeiten noch einmal 45 Prozent (476.000). Für den „klassischen“ Kultursektor (Buch, Bildende Kunst, Musik, Film, Rundfunk) schlagen dagegen nur rund 146.000 Beschäftigungsverhältnisse (15 Prozent) zu Buche. Die größten Steigerungsraten – prozentual wie numerisch – wies in den letzten Jahren Software/Games-Industrie aus. Das ist wenig überraschend, denn die zunehmende Digitalisierung aller Bereiche der Gesellschaft verändert nicht nur den Alltag oder die Arbeitswelt – auch die klassischen Industrien wie Auto oder Stahl produzieren unter Einsatz digitaler „Werkzeuge“ zunehmend digital aufgerüstete Produkte. So heterogen wie sich die KKW-Branchen darstellen, so heterogen sind die dortigen Beschäftigungsverhältnisse. Mehr hier

Kulturwertmark als Lösung?

Die aktuelle Debatte um die Zukunft der Finanzierung von Kunst und Kultur im digitalen Zeitalter ist festgefahren, meint der Chaos Computer Club. Die Lösung aus seiner Sicht: die Einführung der Kulturwertmark, eine „kryptographisch gesicherte Micropayment-Währung“. Sie soll ein Beitrag für „den Erhalt einer breiten, bunten, schöpferischen Kulturlandschaft mit möglichst großer Vielfalt sein. Und es geht um den möglichst niederschwelligen, für alle erschwinglichen Zugang zu den Werken, die in dieser Landschaft erblühen“. Mehr hier


Müßiggang ist aller Hoffnung Anfang

Es wird immer deutlicher, dass die schöne neue und digitale Arbeitswelt auch ihre Schattenseiten hat. Im Jahr 2030 wird die Depression weltweit die Volkskrankheit Nr. 1 sein. Der Konsum von Antidepressiva hat sich in den letzten Jahren bereits verdoppelt. Kein Ausstieg aus der Speed-Gesellschaft möglich? Ein Trend, die Entgrenzung der Arbeit oder die ständige Erreichbarkeit einzuschränken, ist kaum erkennbar. Ania Mauruschat widmet sich diesem Thema. Mehr hier

Kurz&Knapp

Die Romane von Daniel Suarez beschreiben eine Welt, in der die Handlungen der Menschen von Algorithmen vorausgesagt und bestimmt werden. Frank Rieger hat mit ihm gesprochen. Trotz der Virtualisierung unserer Welt hat sich in vielen Bereichen gezeigt, dass es durchaus eine neue Lust am Berühren und Begreifen gibt, meinen Moritz Neumüller und Andreas Reichinger. Zum neunten Mal wird am 12. Und 13. Mai zu der Berliner Veranstaltungsreihe „Kultur und Informatik“ geladen. „Das neue Paradigma der digitalen Kultur weckt sehr hohe Erwartungen, ruft aber auch Unbehagen im gesamten Kultursektor hervor“, überlegen Katherine Watson und Martijn Arnoldus vom europäischen LabforCulture. „Geistige Eigentumsrechte stehen mehr denn je exemplarisch für die gegenwärtigen Schwierigkeiten, einen fairen Ausgleich zwischen privaten und öffentlichen Interessen zu schaffen, der die Bedeutung kreativer Arbeit angemessen würdigt, schreibt Isabella Löhr. Wem nutzt das Urheberrecht? hat sich Eckhard Höffner schon vor einiger Zeit gefragt. Das Ergebnis seiner umfangreichen Recherchen liegt quer zu weit verbreiteten Meinungen. Mehr hier
 

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6. Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur.de"
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