Newsletter #04

07. April 2011

6.Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur"

Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:
Der 6. Kulturpolitische Bundeskongress – von der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. und der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Medienboard Berlin-Brandenburg organisiert - widmet sich am 9. und 10. Juni 2011 in Berlin der „Kulturpolitik in Zeiten der Digitalisierung“. Dabei stehen Grundfragen der Kulturpolitik auf der Tagesordnung. Es geht um eine Neudefinition zentraler Codes der modernen Zivilgesellschaften wie Freiheit, Kultur, Eigentum, Muße, Privatheit und Öffentlichkeit. Und  es geht um neue Formen der kulturellen Teilhabe und die Frage, ob traditionelle Formen von Partizipation und Präsentation verschwinden. Informationen zum Kongress hier
 
Das Zitat

„Digital ist besser heißt nicht, dass digitale Technik per se etwas wäre, was den Menschen voranbringt“, schreiben Kai-Hinrich und Tim Renner. „Das Digitale ist zunächst einmal etwas anderes als das Analoge. Der Bruch zwischen analoger und digitaler Welt ist dramatisch. Dass er manchem Angst macht, ist verständlich. Und dass es nicht wenige gibt, die vor ihm warnen, lässt sich leicht erklären. In der digitalen Welt werden die Karten komplett neu gemischt. Wer in der guten alten analogen Welt die Deutungshoheit hatte, wird im digitalen Zeitalter womöglich nichts mehr zu melden haben. Es geht – wie bei jeder technischen Revolution, die es in der Menschheitsgeschichte bereits gegeben hat – selbstredend auch um die Sicherung, den Verlust und die Neuverteilung von Pfründen. Es wird dabei Verlierer geben – und zwar nicht zu knapp. Wer in der digitalen Welt erfolgreich sein will, wird sich von so manchen lieb gewordenen Überzeugungen verabschieden müssen.“

Unendliche Weiten – unendliche Welten

Kulturportale gibt es wie Sand am Meer. Was ist ein Kulturportal? Beim Surfen im Netz stößt man allenthalben auf Websites, die den Begriff „Kultur“ im Namen führen wie das „Kulturportal Deutschland“, das auf seine Weise den deutschen Förderalismus vernetzt und auf das „Herzstück der Eigenstaatlichkeit der Länder“ setzt. Nun ist man im Netz nur dann einigermaßen erfolgreich, wenn man in gewissem Umfang seine allgemeinen Spielregeln akzeptiert. Im Internetzeitalter zählt das Hier&Jetzt, also eine gewisse Aktualität, nicht nur die Information, sondern ihr Nutzen für den Nutzer, eine emotionale Ansprache eingeschlossen. Mehr hier

iPhone, iPad, iTunes, iRights

Apple übernimmt iRights.info, die Plattform für Urheberrecht. „Nutzerrechte in der digitalen Welt sind für Apple das A und O”, so Unternehmenssprecher Georg Albrecht. „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört.” iRights werde künftig als neue Marke neben iPhone, iPad und iTunes im Portfolio des Unternehmens zu finden sein. Der bisherige Projektleiter Matthias Spielkamp übernimmt die Geschäftsführung des Portals; Dr. Till Kreutzer, bislang Ressortleiter Recht, wird Justitiar. iRights erhielt in der Vergangenheit u.a. den Grimme Online Award und andere Preise. Mehr hier

 

Flatrate und Krise

Beim Urheberrecht geht es immer auch um die soziale Lage der Mehrzahl der Kreativen, meint Peter Rantasa: „Eine Kulturflatrate könnte zur Lösung der noch immer angezogenen Bremsen bei der Suche nach marktgerechten Innovationen bei Musikservices und Geschäftsmodellen wichtige Impulse setzen. Von der harten Gangart der Vergangenheit haben die Urheberinnen bisher jedenfalls nicht nachweisbar profitiert: Weder wurden sie aus gerichtlich erstrittenen Summen nachhaltig remuneriert, noch ließ sich die Schrumpfung des Gesamtmarktes oder die illegale Nutzung ihrer Werke signifikant eindämmen.“ Mehr hier

Kommunismus im Kulturbetrieb?

Die Kulturflatrate taugt nicht zur digitalen Weiterentwicklung des Urheberrechts, meint Gerhard Pfennig: „Alle, die angesichts der zunehmenden Probleme mit illegalen Downloads von Inhalten aus dem Internet keine Lösung finden, schlagen in jüngster Zeit gern die Einführung einer »Kulturflatrate « vor. Je weiter der Abstand von der urheberrechtlichen Realität, desto enthusiastischer die Unterstützung dieser Idee. Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Kulturflatrate wollen manche Zeitgenossen ein zweites Problem erledigen: das Recht der individuellen Urhebers.“ Mehr hier


Ein letztes Mal: Qual der Wahl

Noch bis zum 15. April ist Zeit für Ihre Stimme! Bei der Planung des 6.Kulturpolitischen Bundeskongresses haben sich Kulturpolitische Gesellschaft und Bundeszentrale für politische Bildung zu dem Experiment „Offenes Forum“entschlossen. Sie können mitbestimmen, welches Thema in Forum 5 diskutiert werden soll. Drei Themen stehen zur Auswahl. Das Thema Ihrer Wahl- entweder oder:

A. Kollektive Intelligenz: Amateurkult oder Schwarmintelligenz.

B. Crowdfundung. Finanzierungsangebote aus dem Netz.

C. Die Digitalisierung des Kulturellen Erbes.

Mailen Sie uns hier das Thema Ihrer Wahl bis spätestens zum 15. April. Und wenn Sie kompetente Referenten kennen, schreiben Sie die Namen gleich dazu. Wir teilen Ihnen das Ergebnis des Votings mit und werden uns dann um Referenten und Diskutanten für das Forum Ihrer Wahl bemühen. Mehr hier

Kurz&Knapp

Die Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages verfügt nun über eine „Instanz von Adhocracy“ und ist damit auch fürs Publikum geöffnet. Apple und Facebook gehören in diesem Jahr zu den Trägern des Big Brother Awards, dem „Oscar für Überwachung“. Ein US-Gericht die Fortführung des zuvor schon modifizierten Google Book Settlement untersagt. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und der Europäische Zeitschriften Verleger Verband haben eine „Berliner Erklärung“ in Sachen Urheberrecht verfasst. Mehr hier
 

Unsere Medienpartner:

Deutschlandradio Kultur
kulturmanagement.net
2010LAB.tv

Weitere Informationen unter

Kulturpolitische Gesellschaft http://www.kupoge.de/

6. Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur.de"
Impressum:
Herausgeber: Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
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Tel.: 0228 / 201 67-0 - Fax: 0228 / 201 67 33
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Redaktion: Wolfgang Hippe (V.i.S.d.P.),
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