Newsletter #03

16. März 2011

6.Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur"

Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:
Der 6. Kulturpolitische Bundeskongress – von der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. und der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Medienboard Berlin-Brandenburg organisiert - widmet sich am 9. und 10. Juni 2011 in Berlin der „Kulturpolitik in Zeiten der Digitalisierung“. Dabei stehen Grundfragen der Kulturpolitik auf der Tagesordnung. Es geht um eine Neudefinition zentraler Codes der modernen Zivilgesellschaften wie Freiheit, Kultur, Eigentum, Muße, Privatheit und Öffentlichkeit. Und  es geht um neue Formen der kulturellen Teilhabe und die Frage, ob traditionelle Formen von Partizipation und Präsentation verschwinden. Informationen zum Kongress hier
 
Das Zitat

„Fragt man Mediziner, fällt die Antwort eindeutig aus“, notiert der Publizist und Redakteur Ulrich Schnabel. „So diagnostiziert etwa Götz Mundle, Psychotherapeut und Ärztlicher Geschäftsführer der Oberbergkliniken, in denen schwerpunktmäßig Erkrankungen wie Sucht, Burn-out und Depressionen behandelt werden: „Wir bemerken, dass im Onlinezeitalter viele Menschen die Fähigkeit verlernt haben, geistig und seelisch offline zu gehen, also abzuschalten.“ Die meisten seiner Patienten würden gar nicht bemerken, wie viel Stress die stete Aufmerksamkeit und Bereitschaft zur Kommunikation bedeutet, sagt Mundle: „Das Problem unserer Patienten ist nicht, Höchstleistungen zu erbringen. Im Gegenteil, das Problem ist, abschalten zu können und nichts zu tun.“

Lebenswelten = Medienwelten

Vor gut 20 Jahren analysierte der Soziologe Dieter Baacke: „Lebenswelten sind Medienwelten.“ Inzwischen dürfte niemand mehr dieser These widersprechen. „Handys, Facebook, Twitter und Co verändern und erweitern nicht nur die heutigen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen, sondern ebenso die künstlerische Praxis, die kulturelle Bildungsarbeit sowie die Kommunikationsformen von Institutionen.“ schreiben Eva Bürgermeister und Bianca Fischer in der Auswertung ihrer Umfrage zur aktuellen Kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Mehr hier

NETKRITIK 2.1

Netzkritik als Kulturkritik? Schwierig, aber nicht unmöglich, meinen Geert Lovink und Pit Schultz. „Das Neue ist eine Droge, und die Zukunft überdeckt gerade weit genug die Gegenwart, dass die Verluste der Vergangenheit in Vergessenheit geraten können“, notieren Lovink/Schultz. „In den sozialen Netzen, in denen es nur Freunde gibt, steht nun das humanistische Ganzheitsideal des Bildungsbürgertums, des einzelnen und seiner besonderen Meinung, dass es gut sei, seine Meinung zu äußern, zur Debatte.“ Dabei stellt sich die Frage, welche Kritik angesagt und möglich ist: „Das Genre der Netzkritik hat sich nach den späten 90ern nicht durchgesetzt. Mehr hier

Öffentlichkeit 2.0 – zum Einstieg

Wie verändert das Internet die Öffentlichkeiten weltweit? Öffentlichkeit 2.0 ist eines der Schlagworte, mit denen der digitale Strukturwandel der Öffentlichkeiten weltweit beschrieben wird. Doch wie stellen sich die Veränderungen im Alltag dar? „Wer glaubt, dass die Netzwerke (in Ägypten und Tunesien) rein virtuell und spontan waren, weiß einfach nichts über die jüngste Geschichte des Cyber-Aktivismus in Nordafrika und dem Nahen Osten“, meint Evgeny Morozov. Die von den Medien und Cybernet-Gläubigen ausgerufene „Facebook-Revolution“ in Nordafrika und anderswo entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Basisbewegung in der wirklichen Welt, die sich des Internets als Instrument bedient. Mehr hier

Qual der Wahl

Bei der Planung des 6.Kulturpolitischen Bundeskongresses haben sich Kulturpolitische Gesellschaft und Bundeszentrale für politische Bildung zu dem Experiment „Offenes Forum“entschlossen. Ihre Meinung ist gefragt: welches Thema soll in Forum 5 diskutiert werden? Drei Themen stehen zur Auswahl. Das Thema Ihrer Wahl:

A. Kollektive Intelligenz: Amateurkult oder Schwarmintelligenz.

B. Crowdfundung. Finanzierungsangebote aus dem Netz.

C. Die Digitalisierung des Kulturellen Erbes.

Mailen Sie uns hier das Thema Ihrer Wahl bis spätestens zum 15. April. Und wenn Sie kompetente Referenten kennen, schreiben Sie die Namen gleich dazu. Wir teilen Ihnen das Ergebnis des Votings mit und werden uns dann um Referenten und Diskutanten für das Forum Ihrer Wahl bemühen. Mehr hier

Kurz&Knapp

Seit einem guten Monat ist das neue Kulturportal kultur-in-pankow.de online. Es ist nach eigenem Bekunden das erste "Cloud-Computing-Projekt" im Kulturbereich. Das Computer History Museum ist das größte Computer-Museum der Welt und steht natürlich in Kalifornien. Die Filmförderanstalt (FFA) hat ihre gemeinsam mit dem BKM getragene Förderung zur Digitalisierung der Kinos in Deutschland gestartet. „Wir haben längst die Kontrolle verloren“, meint Julia Schramm: "Ob wir es nun gut finden oder nicht: Privatsphäre ist sowas von Eighties.“ Thomas Nötting, Sigrid Eck, Peter Hammer und Leif Pellikan schlussfolgern: „Die komplizierte Rechtslage schützt das Urheberrecht kreativer Köpfe kaum und gefährdet damit ihre Geschäftsgrundlage.“ Georg Seeßlen sieht uns endgültig auf dem Weg in die Postdemokratie: „Der berlusconistische Politiker erhält seine Macht nicht so sehr durch die parlamentarisch-demokratischen Institutionen und nicht durch die Hierarchien und Allianzen der Parteien, sondern vor allem durch die Medien. Nicht Wahl oder Diskurs entschieden über seine Macht, sondern seine mediale Präsenz – möglichst überraschend, möglichst unpolitisch.“ Ken Jebsen hofft dagegen auf die demokratischen Kräfte des Internets. Mehr hier
 

Unsere Medienpartner:

Deutschlandradio Kultur
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2010LAB.tv

Weitere Informationen unter

Kulturpolitische Gesellschaft http://www.kupoge.de/

6. Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur.de"
Impressum:
Herausgeber: Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
Weberstr. 59a,
53113 Bonn
Tel.: 0228 / 201 67-0 - Fax: 0228 / 201 67 33
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Redaktion: Wolfgang Hippe (V.i.S.d.P.),
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