Newsletter #02

02. März 2011

6.Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur"

Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:

Der 6. Kulturpolitische Bundeskongress der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. und der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Medienboard Berlin-Brandenburg widmet sich am 9. und 10. Juni 2011 in Berlin der „Kulturpolitik in Zeiten der Digitalisierung“. Dabei stehen Grundfragen der Kulturpolitik auf der Tagesordnung. Es geht um eine Neudefinition zentraler Codes der modernen Zivilgesellschaften wie Freiheit, Kultur, Eigentum, Muße, Privatheit und Öffentlichkeit. Und  es geht um neue Formen der kulturellen Teilhabe und die Frage, ob traditionelle Formen von Partizipation und Präsentation verschwinden. Informationen zum Kongress hier

Das Zitat

„Vielleicht wird in 20 Jahren das letzte Printprodukt in einem Schrein verwahrt und an einem Feiertag von ein paar Jüngern des gedruckten Wortes umtanzt! Vielleicht aber sind wir in 20 Jahren auch schlauer denn je. Ich sehe die Entwicklung nicht so pessimistisch“, meint der Journalist und Buchautor Tom Schimmeck. „Ich lebe auf dem Dorf, aber ich kann dank moderner Technologie jeden Morgen die New York Times oder den Sydney Morning Herald lesen, wenn mir danach ist. Ich kann mir zwei Millionen wissenschaftliche Arbeiten per Knopfdruck ansehen und mit den Autoren über E-Mail in Verbindung treten. Wir haben in den letzten 20 Jahren enorm an Potential gewonnen. Zumindest theoretisch sind wir der Aufklärung jetzt näher denn je. Das Problem ist nur, dass dieses tolle Internet die Ökonomie der bisherigen Medien – die der guten leider mehr als die der schlechten – derzeit über den Haufen schmeißt. Da müssen wir neue Wege finden.“


Qual der Wahl

Bei der Planung des 6.Kulturpolitischen Bundeskongresses haben sich Kulturpolitische Gesellschaft und Bundeszentrale für politische Bildung zu dem Experiment „Offenes Forum“ entschlossen. Ihre Meinung ist gefragt: welches Thema soll in Forum 5 diskutiert werden? Drei Themen stehen zur Auswahl. Das Thema Ihrer Wahl – entweder oder:

A. Kollektive Intelligenz: Amateurkult und Schwarmintelligenz.

B. Crowdfunding. Finanzierungsangebote aus dem Netz.

C. Die Digitalisierung des Kulturellen Erbes.

Mailen Sie uns hier das Thema Ihrer Wahl bis spätestens zum 15. April. Und wenn Sie kompetente Referenten kennen, schreiben Sie die Namen gleich dazu. Wir teilen Ihnen das Ergebnis des Votings mit und werden uns dann um Referenten und Diskutanten für das Forum Ihrer Wahl bemühen.

Schwarmintelligenz – Professionalität - Amateurkult

Seit das Internet in Mode gekommen ist, wird über die Qualität seiner Inhalte gestritten. Einige Stichworte: Schwarmintelligenz, Amateurkult, Professionalismus. Und jetzt die Gutti-Plagiate. Seit der hochstapelnde Freiherr zu G. zurückgetreten ist, wird darüber diskutiert, ob damit erstmals ein deutscher Minister vom Internet gestürzt worden ist. Einig sind sich die Kommentare zumindest darin, dass die Netzaktivitäten um GuttenPlag dazu beigetragen haben. Markus Beckedahl etwa spricht vom Internet als der fünften Gewalt im Staate, der Politwissenschaftler Christoph Bieber meint: „Ohne das Netz wäre der Skandal anders verlaufen - und es wäre für den Skandalierten einfacher gewesen, ihn zu überstehen.“ Mehr hier
 
Crowdfunding: Kulturfinanzierung online?

Der Erfolg kam mit dem Internet: Crowdfunding, Socialfunding oder Micropayment – Finanzierungen, bei der das Kapital von Bürgern kommt. Der Einzelne leistet dabei nur einen geringen finanziellen Anteil. Eine interessante Form der Kulturfinanzierung, findet Grit Leßmann. „Im Wesentlichen unterscheidet sich Crowdfunding von der herkömmlichen Kulturfinanzierung durch einen dezentralen Ansatz. Nicht Dritte (Stiftungen, Kulturfonds), also eine kulturpolitische Elite entscheidet über die Förderwürdigkeit einzelner Vorhaben. Der Kulturkonsument selbst kann nach eigenen Bewertungsmustern Projekte unterstützen oder ablehnen. Außerdem findet gegenüber dem kulturinteressierten Publikum eine ungefilterte Kommunikation statt, d.h. selbst Projekte, die zuvor in ihrem Ideenstadium nicht bekannt waren, können jetzt ein breites Publikum erreichen.“ Soll das Thema auch beim 6. Kulturpolitischen Bundeskongress diskutiert werden? Mehr hier

Kulturelles Erbe und digitales Gedächtnis

Möglichst alle Kulturgüter sollen in den nächsten Jahren europaweit digitalisiert und im Netz zusammengeführt werden, um sie leichter zugänglich zu machen und sie und ihr Wissen zugleich besser bewahren zu können. Bereits heute eröffnet das europäische Portal europeana Zugang zu über über 15 Millionen digitalisierten Büchern, Landkarten, Fotografien, Filmen, Gemälden und Musikstücken. Allenfalls ein Anfang, meint der „Ausschuss der Weisen“, im Auftrag der Europäischen Kommission mit den Perspektiven der digitalen Sicherung befasst. Sein Statement ist einer der zahlreichen Beiträge in der Debatte um die digitalen Aufgaben der Kulturpolitik. Im deutschen Kulturbereich gibt es etwa interministerielle Bund-Länder-AG EUBAM oder kultur-digital.de. Soll das Thema auch beim 6. Kulturpolitischen Bundeskongress diskutiert werden? Mehr hier

Kurz&Knapp

Es lohnt sich, über das Überwachungspotential der Vorratsdatenspeicherung nachzudenken, meint die ZEIT. Den Deutschen Kulturrat treibt die Sorge um die „Causa Guttenberg“ und Bundeskanzlerin Angela Merkel um. Kritische Analysen zur schwierigen Lage des Qualitätsjournalismus waren Thema des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien unter Vorsitz von Monika Grütters (CDU/CSU). Die Bundestagsfraktion der Linken hat einen Gesetzesentwurf zur Digitalisierung vergriffener und verwaister Werke in den Bundestag eingebracht. Mehr hier

 

Unsere Medienpartner:

Deutschlandradio Kultur

kulturmanagement.net

2010LAB.tv

 

Weitere Informationen unter

Kulturpolitische Gesellschaft http://www.kupoge.de/

6. Kulturpolitischer Bundeskongress "netz.macht.kultur.de"
Impressum:
Herausgeber: Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
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53113 Bonn
Tel.: 0228 / 201 67-0 - Fax: 0228 / 201 67 33
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Redaktion: Wolfgang Hippe (V.i.S.d.P.),
A.R.T Agentur für Recherche und Text
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